das
Seniorenkino seit 1991 an jedem dritten Dienstag im Monat
An Vorstellungstagen
ist das Kinocafé ab 13.30 Uhr geöffnet. Wir freuen uns
über jeden Besucher/in und nehmen auch gerne (soweit machbar)
Filmwünsche in unser Programm auf. Der Eintritt beträgt
5,00 Euro für den Film (für Senioren über 60, Schüler
sowie für größere Gruppen mit mindestens 10 Teilnehmern
ermässigt: 4,00 Euro), Kaffee und Kuchen gibt es beim Seniorenkino
zum Selbstkostenpreis von jeweils einem Euro.
Nähere Informationen erhalten Sie bei Frau Vogel von der Arbeiterwohlfahrt
unter der Telefon-Nr. 0 93 72 / 55 72 oder im Kinobüro unter
0 93 72 / 7 37 30. Wenn Sie mit einer größeren Gruppe
am Seniorenkino teilnehmen möchten, wären wir Ihnen für
eine kurze telefonische Voranmeldung vier bis fünf Tage vor
der Veranstaltung dankbar, da uns dies die Disposition mit dem Kuchen
immens erleichtert
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Albert
Schweitzer
von Gavin
Millar; D/Südafrika 2009; 114 Min.; freigegeben ohne Altersbeschränkung;
Kamera: Cinders Forshaw; Musik: Colin Towns;
mit Jeroen Krabbé, Barbara Hershey, Judith Godrèche,
Samuel West, Jeanette Hain, Armin Rohde u.a.
Eine gewagte Besetzung hat sich der britische Regisseur
Gavin Miller (Danny, der Champion) hier zugetraut. Mit Jeroen
Krabbé als gealterter Albert Schweitzer in der Hauptrolle
und Armin Rohde als seinem besten Freund Albert Einstein sind
diese Rollen zwar eigenwillig besetzt, gehen aber gut auf. Überhaupt
konzentriert sich diese Biographie auf die letzten Jahre Schweitzers,
und Millar benutzt diese Männerfreundschaft, um an ihr die
politischen Konflikte dieser Zeit widerzuspiegeln.
1949 der zweite Weltkrieg ist vorbei, aber es tobt ein
neuer Krieg, der Kalte Krieg. Während Albert Schweitzer (Jeroen
Krabbé) noch der Gutmensch von Lambarene ist, der sich
für die afrikanische Bevölkerung aufopfert und dessen
Philosophie ,Ehrfurcht vor dem Leben weltweit Beachtung
findet, ist sein Freund Albert Einstein (Armin Rohde), der zur
Ächtung der Atombombe aufgerufen hat, den Nachstellungen
des amerikanischen Geheimdienstes ausgesetzt. Schweitzer wird
dieses Dilemma seines Freundes besonders bewusst, als er nach
Amerika fährt, um Spenden für sein Projekt zu sammeln.
Seine Begegnung mit Einstein ist für die Presse ein gefundenes
Fressen, auch ihn zu hinterfragen, und während er von Einstein
gedrängt wird, dessen Forderung nach Atombombenverzicht öffentlich
zu unterstützen, springen immer mehr seiner Geldgeber ab,
je öfter er mit ihm in der Presse abgelichtet wird. Aber
auch der Geheimdienst ist nicht untätig und lanciert eine
Verleumdungskampagne, die das Lebenswerk des fast 75-jährigen
Schweitzer in Misskredit bringen soll.
Aber nicht nur in Amerika weht ein neuer Wind, auch in Gabun gibt
es politische Veränderungen. Eine neue Partei will an die
Macht und entwickelt schnell ein nationales Selbstbewusstsein,
das vom amerikanischen Geheimdienst mit Geldversprechen geschürt
wird. So soll ein neues Krankenhaus gebaut und Lambarene geschlossen
werden. Was Schweitzer dem entgegen zu setzen hat, ist nicht viel.
Politisch ohnmächtig ist seine Klinik anfechtbar. Die hygienischen
Umstände, Sabotageakte und eine Pharmaindustrie, die damals
schon recht merkwürdige Methoden pflegte, machen den Arzt
angreifbar. Aber auch privat kriselt es, seine Frau ist krank
und seine Tochter wirft ihm vor, dass er sie zeitlebens vernachlässigt
hat, was er auch nicht wirklich bestreiten kann. Doch als alles
über dem berühmten Arzt zusammenzubrechen droht, naht
Hilfe von überraschender Seite. Die Bevölkerung Gabuns
nimmt die Sache in die Hand und verhilft dem Arzt zu der Anerkennung,
die ihm zusteht.
Gelegentlich neigt Miller dazu, ein wenig dick aufzutragen, aber
ihm ist ein Film gelungen, der über ein Porträt Schweitzers
hinausgeht und die damalige politische Lage mit einblendet. Vor
diesem Hintergrund erzählt er Details, die den wenigsten
bekannt sein dürften und den Menschen hinter dem Idol Schweitzer
zeigen in seiner unbeholfenen Art, in seiner gelegentlichen Unzulänglichkeit,
aber auch in seiner ganzen menschlichen Größe.
(Programmkino.de)
Jeroen Krabbé spielt Albert Schweitzer als mutigen
Kämpfer, gebrochenen Helden, aber auch selbstgefälligen
Menschen sehr routiniert. Noch viel überzeugender in ihren
aufopfernden Rollen an seiner Seite sind aber Barbara Hershey
als seine Frau Helene und Jeanette Hain als Tochter Rhena. Der
Film ist gut fotografiert mit vielen malerischen Totalen von Fluss-
und Dschungellandschaften. Insgesamt ein sehr ehrenwertes, nicht
überfrachtetes, konventionell inszeniertes Epos um eine der
großen Persönlichkeiten der Weltgeschichte. (Filmbewertungsstelle
Wiesbaden)
Läuft
am Di., 9.3., um 14.30 Uhr im Seniorenkino.
Internetseite: www.albertschweitzer-derfilm.de
Dinosaurier
von Leander
Haußmann; D 2009; 105 Min.; FSK: noch offen; Kamera: Hagen
Bogdanski; Musik: James Last;
mit Eva-Maria Hagen, Daniel Brühl, Edzard Haußmann,
Ingrid van Bergen, Nadja Tiller, Walter Giller, Horst Pinnow,
Ralf Wolter, Tom Gerhardt, Benno Fürmann u.a.
Faustdick haben sie es hinter den Ohren, die Senioren in
Leander Haußmanns neuer Komödie. Mit einer Riege altbekannter
deutscher Komiker wie Nadja Tiller, Walter Giller, Ralf Wolter
und als Hauptdarstellerin Eva-Maria Hagen hat er Bernhard Sinkels
preisgekrönten Film ,Lina Braake aus dem Jahr 1974
neu inszeniert. Ganz um altersgebrechliche Klischees kommt das
einer profitgierigen Investorengruppe ein Schnippchen schlagende
Schelmenstück nicht herum.
Die Erkenntnis, dass Banken in ihrer Profitgier auch vor alten
Menschen keine Skrupel haben, ist beileibe nicht neu. 1974 jedenfalls
drehte Bernhard Sinkel die Tragikomödie ,Lina Braake
mit damals Lina Carstens in der Hauptrolle. Sie war damals Mieterin
mit einem testamentarisch verbrieften Wohnrecht auf Lebenszeit,
das sie wegen einer versäumten Frist jedoch verwirkte. Nun
hat Leander Haußmann (,Sonnenallee, ,Herr Lehmann,
,Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken)
den Seniorenklassiker ausgegraben. Die zu beklagende Seniorin
ist nun ein paar Jährchen jünger und Eigentümerin
eines mit noch ein paar wenigen Hypotheken belasteten Häuschens.
Das aber wird ihr von Daniel Brühl als Dauerwellen tragendem
Karrierebanker in seiner ersten rein komödiantischen Rolle
nach einem Beratungsverwirrspiel abgeluchst. Eine Kritik am oft
undurchsichtigen Vertragswesen von Banken (und Versicherungen)
ist da offensichtlich. Nicht das Wohl des Kunden steht im Vordergrund,
sondern das der Geldinstitute. An diesem Verhalten rächt
sich ,Dinosaurier nun.
Es braucht ein Weilchen, bis das ursprünglich für den
amerikanischen Markt neu geschriebene Drehbuch ins Rollen kommt.
(
) Doch dann nimmt das Schelmenstück von der senilen
Rentnerbande - für die Haußmann eine Garde bekannter
deutscher Schauspiel- und Komikerdinosaurier (
) gewinnen
konnte und wie sie den Investmentbankern in die Parade
fahren, doch noch an Fahrt auf. Übrigens: mit James Last
war auch für die Musik ein Oldie zuständig.
Die Alten werden dabei agiler und gewitzter dargestellt, als man
(die Heimleitung unter der Regie von Tom Gerhardt) ihnen das zutrauen
mag. Aus diesem Unterschied zwischen Sein und Schein zieht ,Dinosaurier
zu einem großen Teil seinen Witz. Unter dem Motto ,Etwas
tun gegen die Altersdepression hecken die Heiminsassen unter
der Leitung vom durchtriebenen Johann Schneider als Pflegestufenschwindler
(
) dessen Figur in Anlehnung an den Immobilienspekulanten
Jürgen Schneider entstand einen Plan aus. Mit ihm
soll verhindert werden, dass Bank und Investoren auch noch an
das letzte bewohnte Grundeigentum auf dem für ein neues Einkaufszentrum
geplanten Gelände kommen. (
) (Programmkino.de)
Läuft
am Di., 16.3., um 14.30 Uhr im Seniorenkino.
Internetseite: www.dinosaurier.film.de
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