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deutsche Filme
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Dinosaurier
von Leander
Haußmann; D 2009; 105 Min.; FSK: noch offen; Kamera: Hagen
Bogdanski; Musik: James Last;
mit Eva-Maria Hagen, Daniel Brühl, Edzard Haußmann,
Ingrid van Bergen, Nadja Tiller, Walter Giller, Horst Pinnow,
Ralf Wolter, Tom Gerhardt, Benno Fürmann u.a.
Faustdick haben sie es hinter den Ohren, die Senioren in
Leander Haußmanns neuer Komödie. Mit einer Riege altbekannter
deutscher Komiker wie Nadja Tiller, Walter Giller, Ralf Wolter
und als Hauptdarstellerin Eva-Maria Hagen hat er Bernhard Sinkels
preisgekrönten Film ,Lina Braake aus dem Jahr 1974
neu inszeniert. Ganz um altersgebrechliche Klischees kommt das
einer profitgierigen Investorengruppe ein Schnippchen schlagende
Schelmenstück nicht herum.
Die Erkenntnis, dass Banken in ihrer Profitgier auch vor alten
Menschen keine Skrupel haben, ist beileibe nicht neu. 1974 jedenfalls
drehte Bernhard Sinkel die Tragikomödie ,Lina Braake
mit damals Lina Carstens in der Hauptrolle. Sie war damals Mieterin
mit einem testamentarisch verbrieften Wohnrecht auf Lebenszeit,
das sie wegen einer versäumten Frist jedoch verwirkte. Nun
hat Leander Haußmann (,Sonnenallee, ,Herr Lehmann,
,Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken)
den Seniorenklassiker ausgegraben. Die zu beklagende Seniorin
ist nun ein paar Jährchen jünger und Eigentümerin
eines mit noch ein paar wenigen Hypotheken belasteten Häuschens.
Das aber wird ihr von Daniel Brühl als Dauerwellen tragendem
Karrierebanker in seiner ersten rein komödiantischen Rolle
nach einem Beratungsverwirrspiel abgeluchst. Eine Kritik am oft
undurchsichtigen Vertragswesen von Banken (und Versicherungen)
ist da offensichtlich. Nicht das Wohl des Kunden steht im Vordergrund,
sondern das der Geldinstitute. An diesem Verhalten rächt
sich ,Dinosaurier nun.
Es braucht ein Weilchen, bis das ursprünglich für den
amerikanischen Markt neu geschriebene Drehbuch ins Rollen kommt.
(
) Doch dann nimmt das Schelmenstück von der senilen
Rentnerbande - für die Haußmann eine Garde bekannter
deutscher Schauspiel- und Komikerdinosaurier (
) gewinnen
konnte und wie sie den Investmentbankern in die Parade
fahren, doch noch an Fahrt auf. Übrigens: mit James Last
war auch für die Musik ein Oldie zuständig.
Die Alten werden dabei agiler und gewitzter dargestellt, als man
(die Heimleitung unter der Regie von Tom Gerhardt) ihnen das zutrauen
mag. Aus diesem Unterschied zwischen Sein und Schein zieht ,Dinosaurier
zu einem großen Teil seinen Witz. Unter dem Motto ,Etwas
tun gegen die Altersdepression hecken die Heiminsassen unter
der Leitung vom durchtriebenen Johann Schneider als Pflegestufenschwindler
(
) dessen Figur in Anlehnung an den Immobilienspekulanten
Jürgen Schneider entstand einen Plan aus. Mit ihm
soll verhindert werden, dass Bank und Investoren auch noch an
das letzte bewohnte Grundeigentum auf dem für ein neues Einkaufszentrum
geplanten Gelände kommen. (
) (Programmkino.de)
Läuft
am So., 14.3., um 12.30 Uhr in der Matinee und am Di., 16.3.,
um 14.30 Uhr im Seniorenkino.
Internetseite: www.dinosaurier.film.de
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Die
Friseuse
von Doris
Dörrie; D 2009; ca. 105 Min.; FSK: noch offen; Kamera: Hanno
Lentz; Musik: Ivan Hajek, Coconami, LaBrassBanda;
mit Gabriela Maria Schmeide, Ill-Young Kim, Rolf Zacher, Maren Kroymann,
Christina Große, Maria Happel, Natascha Lawiszus u.a.
In einem Salon im Kaufpark, gleich um die Ecke soll sie eine Anstellung
als Meisterin und Filialleiterin erhalten. Sie muss nur noch ihre
Papiere vorbeibringen, ansonsten hat man sich schon telefonisch
geeinigt. Doch als Kathi in diesem Salon steht, laufen die Dinge
anders als erwartet. Die Chefin zieht ein langes Gesicht und erklärt
Kathi, dass sie sie nicht einstellen kann, weil Kathi nicht
ästhetisch ist. Und schon steht Kathi wieder vor der
Tür. Aber so will sich Kathi nicht abspeisen lassen. Zunächst
möchte sie um den Job kämpfen, doch dann bietet sich eine
noch bessere Gelegenheit: Direkt gegenüber dem Salon wird ein
Laden frei! Und da weiß Kathi, die alleinerziehende Mutter
einer Tochter aus Marzahn, plötzlich, was sie will. Sie wird
sich selbständig machen und ihren eigenen Laden gründen,
ihren eigenen Salon. Und sie wird es allen zeigen! Soweit der gute
Vorsatz. In dessen Umsetzung bemerkt Kathi allerdings, dass ihr
einige wesentliche Dinge fehlen. Das Wissen, die guten Beziehungen
und vor allem das Geld. Erfinderisch, kraftvoll und trotz aller
Widrigkeiten immer wieder gutgelaunt macht sich Kathi an die Arbeit.
Wer ihr dabei begegnet, was ihr widerfährt, und wie sie ihre
Würde verteidigt davon soll der Film erzählen.
Erfolgsregisseurin Doris Dörrie (,Kirschblüten,
,Männer) inszenierte in Berlin die amüsant bewegende
Geschichte einer in doppelter Hinsicht starken Frau, die mit Wucht
und Würde für ein besseres Leben kämpft. Das Drehbuch
schrieb Laila Stieler (,Die Polizistin).
Läuft
von Do., 18.2., bis Mo., 22.2, sowie am Mi., 24.2., jewils um 19.15
Uhr sowie am Di., 23.2., um 14.30 Uhr im Seniorenkino.
Ab Do., 1.4., wieder im Programm.
Internetseite: www.constantinfilm.de
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Hier
kommt Lola
von Franziska
Buch; D 2009; 96 Min.; freigegeben ohne Altersbeschränkung;
Kamera: Bella Halben; Musik: Youki Yamamoto; mit Meira Durand, Felina
Czycykowski, Julia Jentsch, Fernando Spengler, Nora Tschirner, Axel
Prahl, Margarita Broich u.a.
Lola hat einen brasilianischen Vater, eine 80 Zentimeter große
Tante Lisbeth und ein paar Millionen Fans, wenn sie sich nachts
in die berühmte Sängerin Jacky Jones verwandelt. Was Lola
nicht hat, ist eine beste Freundin und die wünscht sie
sich am allermeisten. Doch in Lolas neuer Schule gibt es nur diese
komische Flo, die entsetzlich nach Fisch stinkt. Und die schöne
Annalisa besucht sie ausgerechnet in dem Moment, als Lolas Vater
splitterfasernackt durch die Wohnung stürmt, weil seine Tochter
ihn versehentlich den ganzen Tag im Badezimmer eingesperrt hat.
Klarer Fall: In Sachen Freundin muss sich Lola etwas einfallen lassen.
In ihrem Versteck, dem Super-Weltallexpressraumschiff, hat sie schließlich
eine Idee. Lola schickt ihren Herzenswunsch per Luftballon in den
Himmel. Als Antwort erhält sie eine geheimnisvolle Flaschenpost
Die Abenteuer des aufgeweckten Mädchens mit einer Schwäche
für Hubba-Bubba-Kaugummis, einer Frosch-Phobie und sehr viel
Phantasie basieren auf der Bestsellerreihe von Kinderbuchautorin
Isabel Abedi und wurde verfilmt von Franziska Buch, die vor fünf
Jahen schon Bibi Blocksberg erfolgreich auf die Leinwand
brachte.
Läuft
von Do., 11.3., bis Di., 16.3., jeweils um 17.00 Uhr.
Internetseite: www.hierkommtlola.film.de
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Jerry
Cotton
von Cyrill
Boss & Philipp Stennert; D 2009; 98 Min.; FSK: ab 12; Kamera:
Torsten Torsten Breuer; Musik: Helmut Zerlett, Christoph Zirngibl;
mit Christian Tramitz, Christian Ulmen, Christiane Paul, Moritz
Bleibtreu, Monica Cruz, Heino Ferch, Jürgen Tarrach u.a.
Seit Mitte der 50er Jahre zählen die Abenteuer des FBI-Agenten
Jerry Cotton zu den erfolgreichsten Groschenheften. Schon in den
60er Jahren gab es erste Verfilmungen. Nun also eine Neuauflage,
der man anmerkt, dass sie vom Regieduo stammt, das auch ,Neues vom
Wixxer drehte. Mehr als eine Krimi-Geschichte steht hier dementsprechend
der Klamauk im Vordergrund, wirklich ernst wird die Figur des Jerry
Cotton nicht genommen.
,Mordnacht in Manhattan, Schüsse aus dem Geigenkasten
oder ,Todesschüsse am Broadway. So hießen Mitte
der 60er Jahre drei der insgesamt acht Jerry Cotton-Filme, in denen
der amerikanische Schauspieler George Nader den unbesiegbaren FBI-Agenten
spielte und Heinz Weiss den Mann an seiner Seite: Phil Decker. Es
waren ernsthafte, harte Krimis, die dem deutschen Nachkriegspublikum
das Bild eines verruchten, aber auch aufregenden New York boten.
Doch ähnlich wie die zur gleichen Zeit entstandenen Edgar Wallace-Verfilmungen,
wirken die damals völlig ironiefrei gedrehten Filme heutzutage
zum Teil unfreiwillig komisch, was ihre Qualitäten als Genrefilme
allzu oft überschattet. So ist es wohl nur konsequent, dass
sich nun mit Cyrill Boss und Philipp Stennert das Regieduo an eine
Neuverfilmung gewagt hat, die schon mit ,Neues vom Wixxer
ihr Faible für Humor der rustikaleren Sorte bewiesen haben.
Diesmal haben sie auch das Drehbuch selbst verfasst und sich eine
gar nicht mal so schlechte Geschichte ausgedacht: Es beginnt mit
dem Tod von Sammy Serrano (Moritz Bleibtreu), genannt der Puppenspieler
und gleichzeitig Jerry Cottons Erzrivale. Der gerät selbst
in Verdacht sich dem einzigen Gangster, den er nicht hinter Gitter
bringen konnte, entledigt zu haben. Die Dienstaufsichtsbehörde
in Gestalt von Daryl D. Zanuck (Christiane Paul) heftet sich Jerry
an die Fersen. Ebenso sein neuer Partner Phil Decker (Christian
Ulmen), frisch von der Polizeischule und zunächst mehr als
überfordert von seinem Job und der Verehrung für den legendären
Jerry Cotton. Gemeinsam beschatten die von Klaus Schmidt (Heino
Ferch) geleitete Bande, die einen Coup plant, der Cotton direkt
auf die Spur des großen Unbekannten führen soll.
Wirklich ernst nimmt der Film seine Geschichte allerdings nicht.
Die verwickelte Konstruktion wird eher pflichtschuldig abgehakt
und dient in erster Linie der Möglichkeit, sich über alles
und jeden lustig zu machen. Bisweilen funktioniert das gut, wenn
etwa jeder FBI-Agent aus einer Tasse mit dem Aufdruck ,FBI
trinkt; oft aber ist das nicht mehr als alberner Klamauk. Christian
Ulmen darf wie immer in vielfältigen, bemüht stereotypen
Kostümierungen auftreten. Als Gangsterliebchen Malena sind
Monica Cruz Formen zu bewundern, die denen ihrer Schwester Penelope
wenig nachstehen. Vor allem die Gastauftritte sind der Rede wert:
Vom alten Fassbinder-Schauspieler Günther Kaufmann, bis hin
zu Bastian Pastewka als Baron Münchhausen. Die Krönung
ist allerdings Moritz Bleibtreu als schleimiger Gangster Sammy Serrano,
der sichtlich viel Spaß an seiner überzeichneten Rolle
hat, die leider viel zu kurz ausfällt. Darüber hinaus
ist vor allem der Look des Films bemerkenswert, dem man kaum ansieht,
dass er bis auf wenige Tage im tatsächlichen New York, komplett
in Berlin und Hamburg gedreht wurde. Auch wenn die Qualität
des Drehbuchs dem nicht immer nachkommt, ist ,Jerry Cotton
ein amüsanter Film, mit etlichen ausgesprochen gelungenen Momenten.
(Programmkino.de)
Läuft
von Do., 11.3., bis Di., 16.3., jeweils um 19.15 Uhr sowie am Mi.,
17.3., um 21.30 Uhr.
Internetseite: www.jerrycotton.film.de
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Die
Päpstin
von Sönke
Wortmann; D/It/E 2009; 148 Min.; FSK: ab 12; CinemaScope; Kamera:
Tom Fährmann; Musik: Marcel Barsotti; mit Johanna Wokalek,
David Wenham, John Goodman, Iain Glen, Anatole Taubman, Jördis
Triebel, Alexander Held, Christian Redl, Edward Petherbridge u.a.
Im Jahr 814 nach Christi ist Johanna zu einem Leben als Frau verdammt.
Ihr Lebensweg scheint vorbestimmt: arbeiten, Kinder kriegen und
früh sterben. Doch Johanna lehnt sich auf, gegen den strengen
Vater, gegen die Regeln der Kirche, für ihre Überzeugung
und ihren Glauben. Denn sie spürt, dass ihre Bestimmung eine
andere ist, dass Gott ihr einen anderen Weg weist. Doch der Preis
dafür ist hoch. In Dorstadt besucht Johanna die Domschule und
begegnet Graf Gerold, einem Edelmann am Hofe des Bischofs. Aus ihrer
Freundschaft wird Liebe. Als Gerold in den Krieg zieht, erinnert
sich Johanna ihrer Bestimmung. Ihr Ziel aber kann sie als Frau nicht
erreichen. Johanna trifft eine folgenreiche Entscheidung: Unter
dem Namen Bruder Johannes tritt sie als Mann verkleidet ins Benediktinerkloster
Fulda ein und lebt dort als heilkundiger und geachteter Arzt. Als
ihre wahre Identität droht, aufgedeckt zu werden, flieht sie
nach Rom. Dort trifft sie Gerold wieder und bemerkt, dass sie eines
nicht länger verleugnen kann: ihre Liebe.
Immer weiter steigt Johanna in der kirchlichen Hierarchie auf, immer
größer wird die Gefahr der Entdeckung und immer stärker
spürt sie, dass sie sich entscheiden muss: Will sie ihr Herz
Gott schenken oder einem Mann? Doch ihr bleibt keine Wahl. Als Papst
Sergius stirbt, wird Johanna zu seinem Nachfolger gewählt.
Ihre Gefühle für Gerold sind jedoch stärker als ihre
Angst, durchschaut zu werden Johannas Feinde aber warten
nur auf eine Gelegenheit, um sie vom Thron zu stürzen ...
Ihre Existenz war ein Geheimnis, ihr Name wurde aus den Geschichtsbüchern
getilgt. Dennoch wurde das Leben der Johanna, die als Papst Johannes
Anglicus im 9. Jahrhundert die katholische Kirche lenkte, zur Legende.
Den Weltbestseller von Donna Woolfolk Cross bringt Sönke Wortmann
(Deutschland Ein Sommermärchen, Das
Wunder von Bern) als packendes Historienepos auf die Leinwand.
In einer längst vergangenen Epoche tritt eine Frau furchtlos
gegen Bigotterie und ein religiöses Patriarchat an, gelenkt
durch ihren Glauben, versucht durch ihre Liebe. Neben Johanna Wokalek
(Der Baader Meinhof Komplex) gehören John Goodman
(Evan Allmächtig, The Big Lebowski)
als Papst Sergius, David Wenham (Australia, 300,
Der Herr der Ringe) als Gerold, sowie Anatole Taubman
(James Bond 007 Ein Quantum Trost) als Johannas
Gegenspieler Anastasius zur internationalen Starbesetzung.
Läuft
am So., 28.2. um 12.00 Uhr und am Mi., 3.3., um 20.00 Uhr.
Erhöhter Eintritt wg. Überlänge: 7, Euro.
Internetseite: www.paepstin.film.de
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Same
same but different
von Detlev
Buck; D 2009; 104 Min.; FSK: ab 6; Kamera: Jana Marsik; Musik: Konstantin Gropper;
mit David Kross, Apinya Sakuljaroensuk, Stefan Konarske, Michael
Ostrowski, Marie Jung, Lucile Charlemagne u.a.
Endlich fertig mit der Schule das Leben bietet viele Möglichkeiten,
eine Richtung sieht Ben allerdings nicht. Eine Backpackertour nach
Asien mit Freund und Mitbewohner Ed ist seine erste Reise in die
weite globalisierte Welt, seine Fragen Was mache ich hier?
Warum bin ich hier? Was würde ich woanders tun? immer
im Gepäck. In der angenehmen Gesellschaft von Ed, den neuen
Reisebekannten Alex, Regula, Marie und einigen Joints lässt
sich darüber entspannt philosophieren.
Die Begegnung mit Sreykeo entführt Ben aus der unwirklichen
Freiheit des Backpackerlandes in die Wirklichkeit von Phnom Penh.
Sreykeo ist lebenslustig, offen und aufgeschlossen, dabei macht
sie Ben nichts vor. Das Leben mit ihr macht Spaß, aber sie
ist auch auf Geld angewiesen, kümmert sich tagsüber um
ihre Familie, arbeitet nachts. Sie hat nur einen Traum. Ein Mann,
ein Kind und einen Ort, wo sie hingehört. Ben spürt soviel
Lebensfreude bei ihren wilden Fahrten durch Phnom Penh, den Begegnungen
mit ihrer Familie in der Stadt und auf dem Land, wie schon lange
nicht mehr. Sreykeo weiß, dass man sich auf Menschen auf der
Durchreise nicht verlassen kann, aber Ben tut Dinge, die noch keiner
mit ihr gemacht hat: Er geht mit ihr zum Arzt und kauft ihr einen
Ring.
Ben kann Sreykeo auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland
nicht vergessen. Das Praktikum, das er bei seinem Bruder Henry bei
einer Zeitung macht, erfüllt ihn eher mit Sehnsucht als Zufriedenheit.
Dagegen kann auch Ed nicht viel tun, sogar seine Freundin Lilli
ist beeindruckt von Bens Haltung. Dann erfährt Ben von Sreykeo,
dass ihr chronischer Husten nicht von einer Mandelentzündung
herrührt, sondern ihr Körper durch eine HIV-Infektion
geschwächt wird. Ben macht einen Test und ist erleichtert:
negativ. Trotzdem fällt er in ein tiefes Loch: Was soll er
tun? Sie ist seine große Liebe! Ben erlebt eine Zeit voller
Herausforderungen, Missverständnisse und Zweifel bis er versteht,
dass Sreykeos Traum auch seiner ist.
,Same same but different erzählt eine ungewöhnliche,
moderne Liebesgeschichte basierend auf der wahren Geschichte von
Benjamin Prüfer und Sreykeo Solvan. Regie führt Detlev
Buck. (Verleihinfo)
Detlev Buck und seine Drehbuchautorin Ruth Toma haben einen
autobiografischem Roman von Benjamin Prüfer fürs Kino
adaptiert. Detlev Buck wollte schon lange mal einen Film nur über
die Liebe drehen, und während der Dreharbeiten wurde ihm dann
mehr und mehr bewusst, dass die Liebe zwischen den Menschen mit
der Verantwortung wächst und dass Liebe vor allem Arbeit
ist. (Berliner Zeitung)
Stattdessen unterlegt Detlev Buck seinen Film mit einer drängenden,
wehmutssatten Musik, man hört Songs von Konstantin Gropper,
Noir Désir, Cat Power und einmal sogar Franz Schuberts ,Leise
flehen meine Lieder. Der Regisseur scheint zu ahnen, dass
sich die Sehnsucht seiner beiden Liebenden auf etwas richtet, das
die Kamera niemals einfangen kann. Möglicherweise ist es das
Glück, sich entschieden zu haben, wo der eigene Platz ist in
einer mit oft unerträglicher Leichtigkeit gesegneten Welt.
(Der Spiegel)
Detlev Buck ist mit ,Same same but different ein anrührend-intensiver
Liebesfilm gelungen, in tollen Bildern und ohne falsche Töne.
Weder lässt er sich auf übersteigertes Pathos ein, noch
versucht er mit schrägem Humor gegen die Emotionalität
dieser ungewöhnlichen Liebesgeschichte anzugehen. Darüber
hinaus hat er auch ein schönes Sitten- und Genrebild der kambodschanischen
Gesellschaft und der westlichen Backpackerszene geschaffen.
(Süddeutsche Zeitung)
Läuft
von Do., 4.3., bis Sa., 6.3., jeweils um 21.30 Uhr und am So., 7.3.,
um 17.00 Uhr.
Internetseite: www.samesame-themovie.com
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Soul
Kitchen
von Fatih
Akin; D 2009; 100 Min.; FSK: ab 12; Kamera: Rainer Klausmann; Musik:
div.; mit Moritz Bleibtreu, Adam Bousdoukos, Birol Ünel, Pheline
Roggan u.a.
Kneipenbesitzer Zinos (Adam Bousdoukos) ist vom Pech verfolgt: erst
zieht seine Freundin Nadine (Pheline Roggan) für einen neuen
Job nach Shanghai, dann erleidet er einen Bandscheibenvorfall. Als
er in seiner Not den exzentrischen Spitzenkoch Shayn (Birol Ünel)
engagiert, bleiben auf einmal auch noch die ohnehin schon wenigen
Stammgäste aus. Und als wäre das nicht schon genug, taucht
auch noch sein leicht krimineller Bruder Illias (Moritz Bleibtreu)
auf und bittet ihn um Hilfe.
Während Zinos noch überlegt, wie er den Laden los wird,
um Nadine nach China folgen zu können, locken Musik und die
ausgefallene Speisekarte immer mehr Szenepublikum an. Das Soul
Kitchen rockt und boomt wie nie zuvor. Doch dann überschlagen
sich die Ereignisse.
Soul Kitchen ist ein Heimatfilm der neuen Art: Die Welt
ist nicht mehr so heil und das Dorf ist ein Restaurant, der Regisseur
heißt Fatih Akin und vor der Kamera versammelt er ein Best
Of aus seinen früheren Filmen Adam Bousdoukos,
Moritz Bleibtreu und Birol Ünel. Es geht um Familie und Freunde,
um Liebe, Vertrauen und Loyalität und um den Kampf für
die Heimat als einen Ort, den es in einer zunehmend unberechenbaren
Welt zu schützen gilt. (Verleihinfo)
Wo das Herz von Fatih Akin schlägt, das zeigt er, indem
er eigens an Locations drehte, die bald nicht mehr da sein, die
plattgemacht werden. Er habe das Gefühl gehabt, Hamburg einen
Film zu schulden, sagt Fatih Akin. Und schenkt ihr eine tragikomische
Liebeserklärung, in der sich einmal alle im Lokal, angeheizt
durch die Musik, noch mehr aber durch die aphrodisierenden Zutaten
des Kochs, in den Armen liegen. Eine Utopie, wenn man so will, ein
seliges Ersatzfamilienidyll. (Die Welt)
Fatih Akin inszeniert das alles als großes, buntes,
swingendes Durcheinander voller Temperamentsausbrüche. Wie
sein großer Berlinale-Sieger, das Drama, ,Gegen die Wand,
berstet auch die Komödie ,Soul Kitchen vor Energie. In
Zeiten der Krise ist das zunächst ermutigend: Fatih Akins Filme
sagen, dass man keine Angst zu haben braucht vor dem Leben, auch
wenn vieles aus dem Ruder läuft. Und im Falle von ,Soul Kitchen
schreckt der deutsch-türkische Regisseur vor rein gar nichts
zurück. Ein kaputter Rücken macht zu schaffen? Knochenbrecher-Kemal
hilft! (Berliner Zeitung)
Fatih Akin inszeniert den Wechsel von Party und Kater, von
Chaos und sich wieder einstellender Ordnung hart am Rand der Klamotte.
Wenn es im Gebälk der Erzählung knirscht, hilft ihm der
Soundtrack weiter. Dazu tragen neben anderen Quincy Jones, Kool
& The Gang und Mongo Santamaria bei. Die Figuren zeichnet der
Regisseur so schematisch, dass sie ausreichend komödiantischen
Mehrwert abwerfen, aber nicht vollständig im Klischee erstarren.
Manche Pointen sind bewundernswerter Nonsense, manche vorhersehbar.
(Die Tageszeitung)
Leise Töne sind Fatih Akins Sache nicht, auch wenn es
zarte Liebesszenen gibt in ,Soul Kitchen, Sehnsuchtsmomente,
Romantik durchaus, bei den Enten an der Alster und über den
Dächern der Speicherstadt. Es ist eine große Zärtlichkeit,
die den in Hamburg aufgewachsenen Regisseur treibt: Er sei seiner
Heimatstadt noch einen Film schuldig gewesen, erklärt Akin,
und es ist, bei allen komödiantischen Anteilen, ein leicht
melancholischer Abschiedsblick geworden. (Der Tagesspiegel)
Läuft
von am Sa., 6.3.,um 17.00 Uhr, am So., 7.3., und Mo., 8.3., jeweils
um 21.30 Uhr und am Di., 9.3., um 19.15 Uhr.
Internetseite: www.soul-kitchen-film.com
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Vision
Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
von Margarethe
von Trotta; D 2008; 111 Min.; FSK: ab 12; Kamera: Axel Block; Musik:
Chris Heyne sowie Originalkompositionen von Hildegard von Bingen;
mit Barbara Sukowa, Hannah Herzsprung, Heino Ferch, Lena Stolze,
Alexander Held u.a.
Als Äbtissin, Visionärin, Naturheilkundlerin und
Komponistin gehört Hildegard von Bingen zu den großen
Gestalten des Mittelalters, deren Wirkung bis in die heutige Zeit
anhält. Ein weiteres Mal nach ,Rosa Luxemburg verkörpert
Barbara Sukowa unter der Regie von Margarethe von Trotta meisterlich
eine herausragende Frauengestalt der Geschichte. Das Porträt
überzeugt vor allem in seinen stillen, klaren Momenten, in
denen das Werk und die Person Hildegards besonders anschaulich zum
Ausdruck kommen. Hier gelingen der Regie beeindruckende Bilder,
die in ihrer strengen Komposition perfekt zum Thema passen. Trotz
der kammerspielartigen Inszenierung ist der Film kein spröder
Schulfilm, sondern ein spannendes Biopic über eine hochaktuelle
Frau.
Mit gerade einmal acht Jahren wird die adlige Hildegard auf Wunsch
ihrer Eltern in das Benediktinerkloster Disibodenberg gebracht.
Dort hat der strenge Abt Kuno das Sagen. Er gibt Hildegard in die
Obhut der sechs Jahre älteren Jutta von Sponheim. Die junge
Frau wird zur Mentorin des Mädchens. Sie fördert Hildegards
großes musikalisches Talent und unterweist sie in dem Wissen
der damaligen Zeit. Als Jutta bereits vor dem Erreichen des vierzigsten
Lebensjahres stirbt, muss Hildegard schockiert feststellen, dass
sich ihre Lehrmeisterin auf selbstmörderische Weise zu Tode
kasteit hat. Für Hildegard wird das Erlebnis zum Anlass, als
neu gewählte Leiterin der Frauenabteilung eine andere Art der
Gottverehrung zu propagieren. Nicht das Leid, sondern die Liebe
soll die Menschen zu Gott führen. Gemäß ihrem Credo,
dass der Geist und der Körper als Ganzes gesehen werden müssen,
führt sie die Gemeinschaft der Schwestern. Die Nonnen erleben
unter ihrer Anleitung, wie wichtig Musik und Gesang für die
Seele sein können und erlernen die heilenden Kräfte von
Kräutern und Pflanzen. So liebevoll Hildegard im Umgang mit
ihren Schwestern und den Kranken ist, so energisch und kämpferisch
vertritt sie gegen über Dritten ihre Ansichten und Interessen.
Solche Entschlusskraft ist von Nöten, denn in der Welt des
Mittelalters hat die Stimme einer Frau in der Regel kaum Gewicht.
In zähen Ringen mit dem Abt Kuno versteht es Hildegard, sich
durchzusetzen. Bestärkt durch ihre religiösen Visionen,
die sie seit frühster Kindheit überkommen, führt
ihr Kampf um einen selbstbestimmten Weg endlich zu einer eigenen
Klostergründung auf dem Ruppertberg bei Bingen. Dabei gelingt
es ihr, wichtige Persönlichkeiten wie den mächtigen Ordensführer
Bernhard von Clairvaux, Papst Eugen III und auch Kaiser Friedrich
Barbarossa von ihrer Sache zu überzeugen. Doch auch Niederlagen
bleiben nicht aus. Die Schwerste ist wohl die Trennung von ihrer
geliebten Schülerin Richardis von Stade. Das Mädchen war
im Alter von sechzehn Jahren aus freien Stücken ins Kloster
gekommen, um an Hildegards Seite zu leben. Zwischen der klugen und
schönen Schülerin und ihrer charismatischen Lehrmeisterin
entwickelt sich ein inniges Verhältnis, das weit über
die normale Verbundenheit unter den Schwestern hinausgeht. Umso
größer ist für Hildegard der Schock, als Richardis
mächtige Mutter und ihr Bruder die junge Frau Jahre später
aus dem Kloster herauskommandieren, damit Richardis selber die Leitung
eines wichtigen Klosters in Norddeutschland übernehme. Hildegard
kann den Abschied nicht verhindern und gerät in eine tiefe
Krise, die ihr alle Lebensgeister zu rauben scheint. (
)
Als mächtige Äbtissin, kraftvolle Visionärin, wegweisende
Heilkundlerin und begnadete Komponistin gehört Hildegard von
Bingen (ca. 1098 1179) zu den ganz großen Universalgenies
des Mittelalters. Nicht nur ihre spirituelle Musik, sondern auch
ihr ganzheitliches Denken erlebt zur Zeit eine wahre Renaissance.
Margarethe von Trotta, die mit Rosa Luxemburg schon eine andere
charismatische Frauenfigur für das Kino neu entdeckt hat, entwirft
hier das einfühlsame Porträt einer außergewöhnlichen
Frau. Und wie im Fall der streitbaren Sozialistin spielt auch diesmal
Barbara Sukowa die Hauptrolle. Mit großer Strahlkraft und
überzeugender Präsenz zeigt sie Hildegard als gewichtige
Persönlichkeit, die aber in ihrem Wirken immer auch Mensch
und Frau bleibt. Ohne alle biographischen Etappen ihres Lebens abzuschreiten,
legt der Film seinen Fokus auf die stillen Momente des klösterlichen
Lebens. In hoch konzentrierten und perfekt komponierten Bildern
gibt er dem Betrachter einen Einblick in das Leben der Schwestern.
Gerade die kontemplative Kraft und Strenge der Szenen vermittelt
Hildegard herausragende Leistung, etwa auf dem Gebiet der Musik,
die im Film mehrmals eindrucksvoll ihre Wirkung entfaltet. Souverän
geht die Regie auch mit dem heiklen Thema der Visionen um, deren
Auftreten in dezenter Wechselwirkung zwischen äußerer
Person und innerem Erleben inszeniert wird. Im Glanz der Hauptdarstellerin
verblassen gerade die männlichen Darsteller etwas. (
)
Einzig das Energiebündel Hannah Herzsprung kann als liebreizende
Richardis der Sukowa Paroli bieten. Die intensive, freilich platonische
Liebesbeziehung zwischen den beiden Frauen gehört sicherlich
zu den ergreifendsten Szenen des Filmes, auch wenn sie bei Kirchenoffiziellen
wohl auch Aufgrund ihrer emotionalen Hitzigkeit am Wenigsten auf
Gegenliebe stoßen dürfte. (Programmkino.de)
Läuft
am So., 21.3., um 12.00 Uhr.
Internetseite: www.vision-derfilm.de
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