von Michel Hazanavicius; F 2011; 100 Min.; FSK: noch offen; Kamera: Guillaume Schiffman; Musik: Ludovic Bource;
mit Jean Dujardin, Bérénice Bejo, Penelope Ann Miller, John Goodman, James Cromwell u.a.
„Nichts könnte weiter vom modernen Kino mit seinem lauten 3D-Spektakel entfernt sein als der Stummfilm. Insofern erfordert es Mut, heute eine Geschichte nach den Vorgaben jener Kinoanfangsjahre zu erzählen. Dabei verschmelzen in ,The Artist‘ Form und Inhalt zu einem außergewöhnlichen Experiment. Michel Hazanavicius’ Portrait eines vom Karriereaus bedrohten Stummfilmstars bietet Witz, Ironie und einen herausragenden Hauptdarsteller.
Als die Bilder laufen lernten und das Kino noch eine ganz besondere Faszination besaß, eroberten Stars wie Emil Jannings, Pola Negri oder Errol Flynn die Herzen des Publikums. Der Stummfilm war das Medium jener Zeit, in der sich das heutige Studiosystem Hollywoods zu formieren begann. Allein über ihre exaltierte Gestik und Mimik drückten die Schauspieler die Gefühle und Stimmungen ihrer Figuren aus. Unterstützt wurden sie dabei von einer meist orchestralen Filmmusik und expressionistischen Bildern. Erzählt wurde ausschließlich in Schwarz und Weiss. George Valentin (Jean Dujardin) ist in diesen Jahren ein gefeierter Star. Ende der 1920er Jahre gehören Filme mit ihm zu den absoluten Straßenfegern. Blockbuster würde man heute dazu sagen.
Mit der Einführung des Tonfilms, den die Zuschauer begeistert aufnehmen, steht Georges Karriere dann jedoch vor dem Aus. Er weigert sich vehement, die neue Zeit anzuerkennen und sich den veränderten Arbeitsbedingungen anzupassen. Während das von ihm entdeckte Starlet Peppy Miller (Bérénice Bejo) in Hollywood Karriere macht und zum Darling der Massen avanciert, entwickelt sich sein neuer Film zu einem veritablen Flop. George ist am Boden zerstört. Seine Ehe steht vor dem Aus, als Schauspieler ist er nicht mehr gefragt und allein der Alkohol vermag ihn noch zu trösten.
So deprimierend und düster diese letzten Sätze auch klingen mögen, ,The Artist‘ ist so ziemlich das Gegenteil eines deprimierenden und düsteren Films. Michel Hazanavicius’ mutiges Experiment, im Jahr 2011 mit den Mittel des Stummfilms von der Ära des Stummfils zu erzählen, versprüht vielmehr unglaublich viel Witz, Charme und gute Laune. Dabei waren Zweifel durchaus angebracht, denn heutzutage eine Geschichte ausschließlich über die Bilder und Musik zu transportieren, widerspricht letztlich all unseren Sehgewohnheiten. Von solchen Bedenken ließ sich Hazanavicius augenscheinlich nicht beirren. Er glaubte an die Stärke seines filmischen Konzepts, an dessen Ideenreichtum und an seine allesamt großartigen Darsteller.
Insbesondere Jean Dujardin, der für seine Rolle des gescheiterten Leinwandhelden bei den Filmfestspielen von Cannes mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet wurde, scheint aus ,The Artist‘ beinahe im Alleingang den verdienten Publikumserfolg zu machen. Er ist Herz und Seele des Films, in dem sich Reflexionen über das Kino ebenso wie pure Albernheiten, feine Ironie und die Seele eines leidenschaftlichen Cineasten wiederfinden. In Frankreich eröffnete Hazanavicius’ wunderbar aus der Zeit gefallene Geschichte verdientermaßen auf Platz 1 der Kinocharts. Dujardin lässt seinen zunehmend von Selbstzweifel geplagten Star trotz typischer Stummfilm-Gesten nie wie eine Karikatur wirken. Dieser Typ, eine Mischung aus Errol Flynn, Fred Astaire und George Clooney, ist auf der Suche, wobei ihn Versagensängste und Wehmut stets begleiten.
,The Artist‘ lebt überdies von seiner detailreichen Mimikry der Stummfilmära. Musik, Bildsprache und Lichtsetzung erschaffen im Zusammenspiel mit den Darstellern die perfekte Illusion. Dabei spielt Hazanavicius immer wieder auf sehr fantasievolle Art mit den Gesetzmäßigkeiten des Stummfilms (Stichwort: Wasserglas) und dem anstehenden Wechsel in ein neues Kinozeitalter. In nicht wenigen Augenblicken ist die Geschichte unprätentiöses, intelligentes Meta-Kino. Der dramatische Übergang von den ,Goldenen Zwanziger‘ in die Weltwirtschaftskrise von 1929 liefert schließlich die Kulisse für ein unkonventionelles, vollauf geglücktes Kinoexperiment.“ (Programmkino.de)
Läuft von Do., 9.2., bis Di., 14.2., jeweils um 19.15 Uhr und am Di., 14.2., auch um 14.30 Uhr im Seniorenkino.
Internetseite: www.theartist-derfilm.de
Dame, König, As, Spion
„Tinker, Tailor, Soldier, Spy“ von Tomas Alfredson; GB/D 2011; 127 Min.; FSK: ab 12;
mit Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Ciarán Hinds u.a.
Ausgezeichnet bei dem Internationalen Film Festival in Stockholm 2011 mit dem Fipresci-Preis.
Der pensionierte Top-Spion George Smiley (Gary Oldman) wird 1973 überraschend wieder aktiviert: An der Spitze des britischen Geheimdiensts MI6 gibt es einen Maulwurf, einen Spion im Dienste des sowjetischen KGB. Smiley soll ihn enttarnen. Fünf Männer stehen auf der Liste der Verdächtigen. Aber wer von ihnen ist der Verräter, der das ganze Land in Gefahr bringt? Bei seinen verdeckten Ermittlungen helfen Smiley nur sein Verstand, sein Instinkt und ein paar alte Freunde, auf die er sich noch verlassen kann. Schnell begreift er: Wer immer der Maulwurf ist, er hat einen brillanten Plan und er kennt Smileys größte Schwäche.
Der furiose Agententhriller „Dame, König, As, Spion" bringt George Smiley, die zentrale Figur im Spionage-Universum des Bestseller-Autors John le Carré, nach langer Zeit wieder auf die Kinoleinwand. Gary Oldman („The Dark Knight“) spielt den einsamen und brillanten Agenten, der in den eigenen Reihen ermitteln muss. Regie führt Tomas Alfredson, dem 2008 mit seinem hochgelobten Thriller „So finster die Nacht“ der internationale Durchbruch gelang. Er inszeniert Smiley stiller und subtiler, aber auch härter als seine Vorgänger. An Oldmans Seite brillieren herausragende britische Schauspieler, darunter Oscar-Preisträger Colin Firth („The King‘s Speech“), „Inception“-Entdeckung Tom Hardy und John Hurt. (Verleihinfo)
„Ein klassischer, ehrlicher Thriller aus der Zeit des Kalten Krieges. Es geht um eine hochnotpeinliche Angelegenheit: Wer ist der Verräter in der obersten Etage des britischen Geheimdienstes? Nur einer kann ihn entlarven George Smiley. Er kennt alle Verdächtigen, er weiß um ihre Gefährlichkeit und lässt sich von nichts und niemandem beeindrucken.
Erstklassig besetzt, exzellent inszeniert und mit grandiosen Bildern kommt hier ganz großes Kino auf die Leinwand. Atemlose Spannung garantiert!
Die Story ist kompliziert, ein Puzzle, das sich aus vielen einzelnen Teilen zusammensetzt. So gehört es sich für einen Thriller. Wer John Le Carrés Bücher kennt, wird diesen Film lieben. Ebenso alle, die sich gern an die großen Klassiker der „Schwarzen Serie“ und an alte Hitchcock-Filme erinnern, in denen es um Schuld und Unschuld geht und um desillusionierte Helden. Obwohl aufwändig produziert, gibt es weder vordergründige Effekte noch übertriebene Brutalität. Stattdessen wird prickelnde Spannung geboten. Ein Film also für ein Publikum, das gern mitdenkt und nicht ins Kino geht, um hinterher über die freudvolle Zerstörung von Sachwerten zu sprechen. Sicherlich keine leichte Kost, denn die ruhigen Bilder, die langen Einstellungen und die komplexe Handlung erfordern ein gewisses Maß an Konzentration. Doch wer sich auf diesen Film einlässt, wird reich belohnt werden. Zum Beispiel mit großartigen Bildern, die bis ins letzte Detail durchkomponiert sind, durch eine sensationell gute Schnitttechnik, die dem Film bei aller Hochspannung einen klaren, ruhigen Rhythmus gibt. Die Musik ist hinreißend: wuchtig und pompös bis traurig dank Alberto Iglesias. Die Charaktere sind ebenfalls großartig durchdacht: eine Männergesellschaft, in der kein überflüssiges Wort gesprochen wird.“ (Programmkino.de)
„Kein Autor aber ist so unkompliziert wie John le Carré. Der Altmeister des Spionagethrillers, der im nächsten Monat 80 wird, hat nicht nur die Neuverfilmung seines Romans „Dame, König, As, Spion“ mitfinanziert. Er hat den Filmemachern auch eine Carte Blanche gegeben: „Filmt bitte nicht das Buch ab oder macht ein Remake des Fernseh-Mehrteilers. Die gibt es ja schon.“ Von solch wohl altersweiser Milde können Adaptoren meist nur träumen.
Le Carrés Buch über seinen Meisterspion George Smiley, der erst unehrenhaft entlassen wird, um dann von außen einen Maulwurf aus den eigenen Reihen zu enttarnen, ist längst ein Klassiker. Auch wenn es sich bei erneuter Lektüre nicht weniger kompliziert liest als beim ersten Mal. Von der Serie aus dem Jahr 1979 können wir uns eigentlich nur an das graue, versteinerte Gesicht von Alec Guiness erinnern.
Die Neuverfilmung ist eine Verneigung vor dem Buch wie vor der Serie. Gary Oldman trägt als Smiley eine ebenso dicke Hornbrille wie Guiness anno ’79. Ansonsten hat man den Rat des Autoren beherzigt. Und eine Geschichte mit ganz eigenen Akzenten daraus gemacht.
Le Carré hat mit dem Roman 1974 nichts weniger getan, als das ganze Agentengenre Lügen zu strafen. Spione agieren nicht unermüdlich im Außeneinsatz und prügeln und schießen sich auch nicht permanent. Smiley bewegt sich nicht einmal aus London heraus, um das Intrigennetz zu entwirren. Dieser Thrill ist indes nicht weniger spannend. Und dass le Carré eigene Geheimdienst-Erfahrungen hat, erhöht den Reiz noch.
Lange nach dem Fall des Eisernen Vorhangs lässt der Schwede Tomas Alfredson nun (in einem britischen Film mit deutschen Geldern) die Paranoia und Anspannung des Kalten Krieges wiederauferstehen. Er findet dafür kühle, trübe Bilder; nichts da von den schrillen Farben anderer Filme, die in den Siebzigern spielen. Alfredson baut dabei eine Spannung, eine atmosphärische Dichte auf, die trotz aller Handlungswirre fesselt. Dabei zückt er noch für kleinste Rollen Joker wie Colin Firth und John Hurt aus dem Ärmel.“ (Die Welt)
Läuft ab Do., 16.2., bis Di., 21.2., jeweils um 19.15 Uhr sowie am Mi., 22.2., um 21.00 Uhr.
Erhöhter Eintritt wegen Überlänge: 7,50 Euro.
Ermässigter Eintritt für Schüler & Studenten am Mi.: 6,50 Euro.
Website: www.DameKoenigAsSpion.de
Gott des Gemetzels
„Carnage“ von Roman Polanski; F 2011; 79 Min.; FSK: ab 12; CinemaScope; Kamera: Pawel Edelman;
mit Christopher Waltz, Jodie Foster, Kate Winslet, John C. Reilly.
„Hinter dem wunderbar ironischen Titel ,Gott des Gemetzels‘ verbirgt sich eine herrliche Gesellschaftskomödie. Roman Polanskis Kammer-Quartett mit zwei New Yorker Elternpaaren, die zivilisiert die Prügelei ihrer Söhne klären wollen, war bei der Weltpremiere in Venedig ein sehr unterhaltsamer Lacherfolg, noch bevor bei fortschreitender Entwicklung unter Alkoholeinfluss die letzten Masken fielen. Christoph Waltz spielt mit wenig zurückhaltender Ironie tatsächlich etablierte Weltstars wie Jodie Foster, Kate Winslet und John C. Reilly an die fein dekorierte Wand (Produktions-Design: Dean Tavoularis).
Das zugrunde liegende Theaterstück von Yasmina Reza, das auch in Deutschland schon zu sehen war, lässt unterschiedliche Charaktere aufeinanderprallen und zurückgehaltene Wahrheiten entgleiten. Obwohl die Eltern des ,Täters‘, Nancy und Alan (Winslet, Waltz), eigentlich schon aus der Tür raus sind, will man noch einen Kaffee trinken. Dazu gibt es selbstgemachten Kuchen von Penelope (Foster) und Streit. Kleine Spitzen schleichen sich in die bemüht freundlichen Sätze, die Masken des zivilisierten Umgangs verrutschen zusehends, obwohl Michael (Reilly) geradezu mitleiderregend alles ausgleichen will. War der Stock, der zwei Zähne kostete, eine Waffe? Und hat das Kind von Nancy und Alan vielleicht echte Probleme? Alan sagt geradeheraus, sein Sohn sei ein Verrückter, dem könne man nicht helfen. Aber Formulierungen eines absichtlichen Angriffs verbittet er sich, wenn es sein Handy erlaubt. Denn parallel muss der Anwalt die Krise eines Pharma-Unternehmens managen, deren Blutdruck-Medikament ein paar Opfer zuviel gefordert hat. Dass ausgerechnet Michaels Mutter gerade dieses Medikament nimmt, gehört zu den vielen humoristischen Volltreffern des Skripts. Ein Treffer ist es auch, wenn Nancy in hohem Bogen auf Penelopes geliebte Teetable-Kunstbücher kotzt. War Penelopes Kuchen schuld? Aber keine Angst: Kotzen auf Kokoschka ist neben dem grunzenden Lachen von Waltz ein seltener Moment groben Humors in diesem gefährlichen Feld scharfer Wort-Spitzen. Zuerst bricht die Solidarität der Ehepartner auf, dann sorgt ein alter Scotch für einen Männerbund und alle verbünden sich gegen einen, als Alans Handy endlich in der Blumenvase versenkt wird.
Ob wir tatsächlich alle Tiere oder Egoisten sind und ob Männer sich auf den John Wayne-Typus reduzieren lassen, bleibt offen und diskutabel. Derweil macht diese überraschende Enthüllung wahrer Persönlichkeitszüge durchgehend viel Spaß. Der neue Polanski ist fast ein Woody Allen. Bei diesem humorigen Quartett-Spiel stellt sich selbstverständlich die Frage, wer wen sticht. Bei den Figuren darf jeder mal jeden. Bei den Schauspielern erweist sich Waltz als eindeutiges As vielleicht auch, weil er wieder das Aas spielt. Die Rolle des fiesen Zynikers gibt ihm die besten Karten, doch wie er mit kleinen Gesten, mit nur einer Bewegung des Fingers Pointen setzt, ist großartig. Betrunken spielt er noch viel besser als die anderen. Jodie Foster bleibt dagegen leider insgesamt unter ihrem Vermögen. Ihre Hysterie wirkt gezwungen, während Winslet ihren Typ eines frustrierten Edelweibchens sehr schon den Bach runter gehen lässt.
Das Boulevard wird eine Verbindung legen von Polanskis Hausarrest und der abgeschlossenen Kammerspiel-Situation, aber das wohl wirklich nur Boulevard. Wichtiger ist, dass der alte Meister das Kammerspiel filmtechnisch hervorragend dramatisiert, die Dialoge immer mal wieder im Spiegel bricht, mit Wechsel von Großaufnahme und Halbnah für zusätzliche Dramatik sorgt. Nach dem Krimi ,Der Ghostwriter‘ (2010), der Literaturverfilmung ,Oliver Twist‘ (2005) und dem Holocaust-Drama ,Der Pianist‘ (2002) zeigt Polanski wie schon bei ,Der Tod und das Mädchen‘ (1994), dass er die kompakte Inszenierung und die Schauspielführung perfekt beherrscht. Das ,Gemetzel‘ belohnt kurz und kurzweilig mit intelligentem Spaß und unaufdringlicher Reflektion über das wahre Wesen des Menschen.? (Programmkino.de)
?Souveräne, vorlagengetreue Verfilmung des geliebten, giftigen Yamina-Reza-Stücks... Hinreißend besetzt und sehr, sehr lustig.? (KulturSPIEGEL)
Läuft von Do., 2.2., bis Sa., 4.2., jeweils um 19.15 Uhr und am So., 5.2., um 12.30 Uhr in der Matinee.
Internetseite: www.gottdesgemetzels.de
Ziemlich beste Freunde
„Intouchables“ von Olivier Nakache, Eric Toledano; F 2011; 110 Min.; Kamera: Mathieu Vedepied;
mit François Cluzet, Omar Sy, Anne Le Ny, Audrey Fleurot, Clotilde Mollet u.a.
Philippe (François Cluzet) führt das perfekte Leben. Er ist reich, adlig, gebildet und hat eine Heerschar von Hausangestellten aber ohne Hilfe geht nichts! Philippe ist vom Hals an abwärts gelähmt. Eines Tages taucht Driss (Omar Sy), ein junger Mann, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde, in Philippes geordnetem Leben auf. Driss will eigentlich nur einen Bewerbungsstempel für seine Arbeitslosenunterstützung und auf den ersten Blick eignet sich das charmante Großmaul aus der Vorstadt auch überhaupt nicht für den Job als Pfleger. Doch seine unbekümmerte, freche Art macht Philippe neugierig. Spontan engagiert er Driss und gibt ihm zwei Wochen Zeit, sich zu bewähren. Aber passen Mozart und ,Earth, Wind & Fire‘, Poesie und derbe Sprüche, feiner Zwirn und Kapuzenshirts wirklich zusammen? Und warum benutzt Philippe eigentlich nie den großartigen Maserati, der abgedeckt auf dem Innenhof steht? Es ist der Beginn einer verrückten und wunderbaren Freundschaft, die Philippe und Driss für immer verändern wird …
Die Regisseure Olivier Nakache und Eric Toledano haben mit ,Ziemlich beste Freunde‘ ein furios rasantes Stück Kinounterhaltung geschaffen. Mit ihrem unglaublichen Gespür für Timing erzählen sie die bewegende Geschichte einer Freundschaft, wie sie unwahrscheinlicher nicht sein könnte und doch wahr ist. Großen Anteil am Erfolg dieser wunderbaren Tragikomödie haben die charismatischen Hauptdarsteller: Der stets großartige François Cluzet (,Kleine wahre Lügen‘) als querschnittsgelähmter Aristokrat und der hinreißende Newcomer Omar Sy als dreister Sozialhilfeempfänger. Wie sie sich auf Augenhöhe begegnen und der nüchternen Realität Hoffnung und Lebensfreude abtrotzen, macht ihre Beziehung zu etwas ganz Besonderem. Und deshalb reihen sich Philippe und Driss zu Recht in die Galerie ungewöhnlicher Kinopaare ein, die man sofort ins Herz schließt und nicht mehr vergisst.
Mit bislang über acht Millionen Besuchern in nur vier Wochen der erfolgreichste Film in Frankreich in diesem Jahr, noch vor „Harry Potter“.
„Hut ab um nicht zu sagen: Chapeau! Vermutlich ist Frankreich Weltmeister darin, Komödien über gesellschaftliche Gegensätze zu erfinden, die ohne plumpe Klischees und bessserwisserisches Pathos auskommen. Diesmal geht es um einen Schlingel, frisch aus dem Gefängnis, der durch die Pflege eines querschnittsgelähmten Rollifahrers geläutert wird. Doch vielleicht ist es eher umgekehrt? Denn in der Gesellschaft des unbefangenen Driss findet der kranke, reiche Philippe zu neuem Lebensmut. Und das Publikum findet hier eine humorvolle Geschichte rund um zwei Männer, die sich erst zusammenraufen müssen, um voneinander zu lernen.
Zwei fantastische Schauspieler prägen und tragen diesen Film: François Cluzet und Omar Sy. Dank einer sensiblen und unauffälligen Regiearbeit bringen sie zwei hinreißend sympathische Figuren auf die Leinwand.
(…) Eines sei verraten: Gemeinsam werden die beiden ungleichen Freunde unheimlich viel Spaß haben. Sie werden sich im Maserati schöne Verfolgungsjagden mit der Polizei liefern und Driss wird Philippes Rollstuhl tunen, sie werden gemeinsam Orgien feiern, die dröge Pariser Schickimicki-Gesellschaft aufmischen, den internationalen Kunstmarkt beleben und am Ende wird Driss dem Freund dabei behilflich sein, sich den Traum von einer neuen Liebe zu erfüllen.
Und wer nun denkt, das wäre wieder einmal eines dieser Sozialmärchen, hübsch ausgedacht, aber letztlich doch unglaubwürdig, der muss sich eines Besseren belehren lassen, denn Philippe und Driss gibt es tatsächlich und sie sind bis heute eng befreundet. Und das ist dann das i-Tüpfelchen auf einer sehr amüsanten und bewegenden Geschichte über Freundschaft und die Lust am Leben.“ (Programmkino.de)
Läuft noch einmal für zwei Wochen von Do., 23.2., bis Mi., 7.3., die genauen Anfangszeiten entnehmen Sie bitte der Programmübersicht.
Ermässigter Eintritt für Schüler und Studenten in allen Vorstellungen nach 21.00 Uhr: 6, Euro.
Internetseite: www.senator.de